perspektive
heft 78 + 79 cover

28.08.14 – 20:30 (berlin): helikopter projekt

für die aktuelle ausgabe 78+79 der Literaturzeitschrift perspektive (graz – berlin) haben 42 autorinnen und Autoren einem von mark kanak initiierten helikopter projekt beigetragen. es sollten texte in sonnett-länge verfasst werden, in denen das wort “hubschrauber” oder “helikopter” vorkommt. alle beiträge sind im heft zweisprachig abgedruckt, mark kanak hat die übersetzung ins amerikanische übernommen..

inspiriert wurde diese kompilation von heinrich dubels text helikopter hysterie zwei (maas media 2003), dessen aktualisiertes erstes kapitel neben den 14 szenarien von mark kanak ebenfalls in p78+79 nachzulesen ist.

schankwirtschaft rumbalotte continua
metzer str.9, 10405 berlin
donnerstag (28.08.) 20:30

zur präsentation werden eigene und beiträge dritter aus dem projekt gelesen von

  • d. holland-moritz
  • lilly jäckl
  • ralf b. korte
  • bert papenfuss
  • bernd volkert
  • paul m. waschkau
  • ralf s. werder
Tatsächlich waren die Helikopter plötzlich überall. Ich erlebte den Helikopter nicht als die in technische Gestalt und Funktion gesetzte Idee seiner eigenen Geschichte, sondern als in meiner Geschichte, in meiner Psyche stark wirkende Kraft. Der Helikopter lenkte – nachdem ich ihn lange genug beobachtet hatte – meine Aufmerksamkeit schließlich auf die Hysterie. War nicht schon der Titel, den ich dem Unterfangen (unbewusst, haha) verpasst hatte, Diagnose dessen, was mich ergriffen hatte? Machte nicht die Hysterie einen Funktionstyp von Sprache und Repräsentation sichtbar? War nicht überhaupt die Hysterie ein Zeichensystem außerhalb der Sprache und außerdem eine bekannte Reaktion auf extreme Synchronizitäten. In einer plötzlichen und unerklärlichen Situation war eben alles vorstellbar und jeder Gedanke so überzeugend wie der nächste.(heinrich dubel, HH2. vorwahrnehmung)
Was wir eher brauchen, sind Szenarien, vierzehnzeilige Beispiele von möglichen Szenarien der Entschraubung des Rotors wie in den folgenden Texten beschrieben, so werden sie dargestellt, aber wie stets sagt man sich (und den anderen auch), dass es nur vierzehn Zeilen sein sollen, dann bekommt man aber 25, 16 oder 12.(mark kanak, aus dem intro des helikopterprojekts)
neulich am stutti, im Hechten beim bier oder nein es wird wieder was wie weisser wein gewesen sein, redest mit einem über das flattern der rotoren, das flirren von licht im schatten von helikoptern weil du bringst ihm ja diese neuen hefte mit den helikoptersonetten von denen die meisten keine sonette sind, vielleicht deshalb redet ihr auch von der psychodynamik unbewusster inszenierungen sagt der dir wie er sich selbst wahrnehmen wird im rückblick auf seine zukünftigen verhaltensweisen, es sei doch wie bronfen die ja auch dubel zitiere von sich selbst damals zu sagen versuchen wird, mit jeder Deutung komme ich einer Sache näher, aber das letzte Wort ist nie gesprochen wird die antwort elisabeth bronfens gewesen sein auf die frage, ob nicht auch ihre eigene sogenannte wissenschaftliche auseinandersetzung mit der hysterie sogenannte hysterische züge trage und der diese antwort zitierende heinrich dubel hatte sich zeitgleich mit hubschraubern beschäftigt oder beschäftigt sich seit langem mit nichts anderem mehr, helikopter hysterie zwei bis unendlich. der den du triffst nennt manches sonst noch hysterisch also zum beispiel wie menschen sich überhaupt auf andere menschen beziehen oder zu beziehen versuchen, überall diese drehflügelbewegung horizontal und vertikal und den rest erledigen die anstellwinkel der blätter, auf dem weg zu diesem treffen am stuttgarter platz in charlottenburg flappte was über die S-bahn weg und hat dich an helikopter erinnert, muss ein hubschrauber gewesen sein.(ralf b. korte)