perspektive
heft 76 + 77 cover

doppelheft 76 + 77 (2013)

ISSN: 1021-9242

perspektive heft nummer 76 + 77 ist im dezember 2013 erschienen.

heft 76 + 77 als PDF-datei (1,9 MB)

 

[message_box  color="blue"]
  • redaktion: out of area
  • gestaltung: ralf b. korte
  • cover: rbk (bilder - christian grosskopf / berlin)
  • preis: € 10
  • abo: € 20 für 4 nummern (2 doppelnummern)
[/message_box]

kolumnen

  • d. holland-moritz - beat box

    Über einige militärisch-industrielle Operatoren an der Struktur, paar trivialmythische Qualitäten am westberliner Bahnhof Zoo, über gewisse Borniertheiten in der ostdeutschen Provinz, späte Einsichten zu "falsch verstandenen Freiräumen" in den Techno-90ern und dem vortrefflichen sublimation act, den VELVET UNDERGROUND einst bot ... (auszug)
  • elisabeth hödl - nachrichten aus der noosphäre

    Die hier vorliegende Nachricht aus der Noosphäre umfasst zwei Berichte. Diese wurden von den Boten „Dandy&Randy“ verfasst. Wir wissen, dass Dandy der Spieler ist, der Clown und der unlogische Philosoph und dass Randy den Verschlüsselungsdenker im System verkörpert, der Technik und Organe als Einheit eines Ganzen ansieht und dabei auf die Bedeutung technischer und biologischer Designs verweist. Wenngleich Dandy die Technik der Überlagerung seiner Erlebniswelten einsetzt (Kommunikation als Gewebe), erkennt Randy immer mehr die Bedeutung des techno-organischen Gebildes das uns umgibt (Kommunikation als neuronaler Ball).

texte

  • thomas antonic - soliloquium in san jose

    Ginsberg schrieb das nicht einmal zwei Jahre nach Howl, mit der Eisenbahn von Italien kommend im Sommer 57, schwitzend mit seinem Vollbart. Ekelhaft. Nein, damals hatte er ja noch gar keinen, oder? Herbst 2013. Mit Virgin Atlantic hier bzw. in San Francisco vor ein paar Tagen angekommen, meinen Augen gehört das ganze öde Silicon Valley. Darin ein Haufen Geld, der aber nichts wert ist. Die Flüsse sind ein dünnes Rinnsal, das durch Betonkanäle fließt. Keine Berge, Hügel allenfalls, in der Ferne. An einem silbernen Zug vorbei – regionale Paranoiafahrt nach San Jose. Nöte den fetten US-Amerikanern, die das Leid der Mexikaner vergessen haben. 421 N 5th Street. Mein Koffer bei mir.
  • d. holland moritz - das deta 4

    „Fuck you!“war es endlich auch aus Shoemaker herausgeplatzt: Dieser Haßtyp mit dem Bürstenhaarschnitt hatte ihn tief hineingeritten, als er sich auf seinem California Trip irgendwo in den High Sierras von einem leutseligen Grinsen, dessen Verschlagenheit er nicht sofort erkannt hatte, vom Straßenrand weg und in die Polster eines 59er Edsel Ranger buchstäblich hineinwinken ließ – tja, in die Seelen der Menschen tief hineinzuschauen und ihre wahren Absichten zu erkennen, zählte nicht unbedingt zu Shoemakers herausragendsten Fähigkeiten.
  • mark kanak - text

    Im Allgemeinen muss ein Ding nützlich sein, und in meinen Arbeiten werden die Dinge jedoch weniger nützlich, eher phrenetisch, weichen also ab von ihrer vermeintlichen Dysfunktion, um somit für eine Weile ein Feld von Möglichkeiten – oder besser: Wirkungen – zu definieren. Hebephrenisch nennt man das.
  • johann reißer - 4 texte

    ? Schwimmen um zu kaufen ? Oder schwimmen um ? Gekauft zu werden ? Die Frage in den ausgesprochen liebevoll ? Neu benannten Biotopen ? Ist nach Aussehen ? Und Überleben ? Ein ständiger Aus tausch ? Gesäuberten Wassers ? Zwischen Süßwasser ? Und Kampf fischen ? Das alte Treiben ? Hinter entspiegelten Scheiben
  • clemens schittko - NSA-stück vom 4. 10. 20123 / 22 antworten auf keine fragen

    Jana Hensel gefällt Daniel Haakmans Link. Pega Mund hat ihr eigenes Foto kommentiert: „ja, ist okeeh, andreas“ Hendrik Liersch via Beate Hauke Ganz Japan strahlt schon heute für Olympia… Sturm-Warnung in Fukushima… Maria Anastasia Druckenthaner gefällt Slink Moss Foto.
  • kai pohl - aus meiner literaturwergstatt

    Das Gedicht im Zeitalter seiner merkantilen Reüssierbarkeit Leser, die dieses Gedicht gelesen haben, haben auch folgende Gedichte gelesen.Leser, die dieses Gedicht weiterempfohlen haben, haben auch folgende Gedichte weiterempfohlen.
  • helmut schranz - kleiner pelz

    Eine Laufmasche huscht übers Gesicht. Die Flüchtigen - zur Beruhigung - zum Beispiel. Anatol nichts desto wusste trotz Gefahren um Vermehrung bescheid: Das konsequenteste Haustier ist immer noch der Mensch. Theoretisch hätte Anatol auch eine Lücke im Gesetzeswerken bedeuten können.
  • ralf s. werder - euphemia

    muse des verbrämerens um größegänz verniedelicher was wie will . wer wo was huldea du verklärerine in verkennens mimikry höhentones freund wahrnguttscheens beschälerin für nichtse allgebräucher mutter du der lügenkompanie rasend drehe stillestund absinth des ohnvertrauens
  • carola göllner - gefälschte tagebücher 1980-88

    Mitten in der DDR fährt das Auto plötzlich nicht mehr. Verkatert und verstört und ganz schön ratlos am Straßenrand rumgestanden. Hält natürlich auch keener, entweder, weil wir so schlimm aussehen oder weil man hier nicht hält, kann ja sonst was passieren. Dann kommen natürlich auch schon bald die Vopos.
  • gerald lind - figuren für eine allumfassende encyclopaedia

    Eine verbockte Gärtnerin, stellt sich am ENDE als unschuldige Mörderin heraus Ein boboesker Holzknecht, wäre lieber ein das Holz knechtender Bobo, auch wenn er sich dann vielleicht wie ein entwurzelter Wurzelsepp fühlen würde (zumindest denkt er sich das manchmal in schlachtlosen Nächten)

TextTotal

  • ralf b. korte - natan zach

    alles ist alt. der wind die sterne das meer. und du. und dieser gute wind – du wiederholst dich – und dann dass du alt bist, ja und der himmel und das land, die menschen auch irgendwie also alt so alt o wie alt, das leben und das gute leben, das wundervolle alter selbst ist alt geworden – du wiederholst dich –, nun gut.
  • uwe warnke - gerrit wustmann

    Das türkische Wort lale (Tulpe) wurde aus einem persischen Lehnwort gebildet. Dieses wiederum kommt aus dem Sanskrit und bedeutete dort: rot. In diesem Sprachraum wird es auch gern als Vorname verwendet. Damit, meine Damen und Herren, ist also klar, wo wir uns befinden.
  • d. holland-moritz - walle sayer

    Der … Schattenschirm, um einen Begriff aus dem Perry Rhodan-Multiversum für die verdeckten Einsätze von Raumschiffen unterzubringen, ist ein von Dr. Don Paros entwickelter Energieschutzschirm, der das Schutzobjekt durch eine Teilentmaterialisierung aus dem Normalraum entrückt. Er wird nach seinem Erfinder auch Paros-Schattenschirm genannt. Seine Funktionsweise kombiniert sich aus der Semi-Manifestation eines Paratronschirms und einer Deflektorkomponente.
  • ralf b. korte - kerstin hensel

    gegenüber des dicken turms in der steinstrasse hatte ulrich karlkurt köh- ler zu einer vernissage in die annenkapelle geladen, das war am 18. oktober 2008 nachmittags und der künstler ulrich karlkurt köhler der sich gern KUK abkürzen lässt las aus eigenen texten nach der begrüssung durch inga arnold-geierhos, der ersten vorsitzenden jenes oberlausitzer kunstvereins der dort kupferstiche und anderes von KUK unter dem titel Das gefallene Fest ausstellte.
  • d. holland-moritz - arne rautenberg

    Der Rest ist nämlich Miami Vice, und den Eigennamen bach mit nur einem E zu ergänzen, ergäbe ja rein scrabbletechnisch schon Miami Beach, womit wir … mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit … den Schauplatz des Ergusses festgestellt hätten. Was aber nun wirklich nicht ernsthaft sein muß, ist, daß wir es den Rezensenten gleichtun, die RAUTENBERG selbst auf seiner homepage versammelt und die an seinen – man scheut sich, es Lyrik zu nennen – an seinen Texten also so eine große  >Party-Leichtigkeit< feststellen, und wie sich ausgerechnet so einer dann – vielleicht aus Studienzeiten noch der Volkskunde zugetan – als enfant terrible positioniert zwischen all dem anderen, dem eitlen Meta-Gedöne und auf poetische Flaschen gezogenen Ejakulaten, persönlichen Erfahrungswelten und lyrischen Bekenntnissen.
  • uwe warnke - björn kuhligk

    Das geht so leicht von der Hand. Da wird runtergereimt, was geht. Wie nachgeworfen. Und es flutscht. Es wird angespielt und ausgeteilt. Und zwar lakonisch – da sind sich alle einig. Den Idioten, die noch was wollten, eins auf den Leberkäse. „Schick sie aufs Eis, wenn’s noch nicht trägt!“ Mein Gott, hau weg. Ein kleiner Spaß sei doch erlaubt. Und immer sportlich, schön sportlich – zumindest Wurfsportarten betreffend.
  • ralf b. korte - silke scheuermann / raymond carver

    da haben wirs wieder, das doppelte lottchen, also für diesen zusammenhang: 2 gedichte 1er autorin die mit demselben gedichtband 2x vorgestellt wird. nichts neues… wer die rubrik über jahre zur kenntnis nimmt, bemerkt öfter flüchtigkeitsfehler und ausserdem war da ja dieser heisse sommer – also noch nicht am achten mai der keinen sieg mehr feiert, der war verregnet und zu kühl für die jahreszeit.
  • d. holland-moritz - ben lerner

    Worauf will der jetzt hinaus, auf die Erotik des intellektuellen und/oderästhetischen Motors, der ihm seine … Lichtenbergfiguren bereitstellt? So war ja der Titel des Bandes. Wobei ja, wie wir wissen, eine … Lichtenbergfigur eine nach dem 1799 in Göttingen verstorbenen Mathematiker, Aphoristiker, Experimentalphysiker und Wissenschaftsphilosophen Georg Christoph Lichtenberg benannte zweidimensionale, elektrostatische Erscheinung in baum-, farn- oder sternförmigen Mustern ist, die sich durch elektrische Entladungen im Staub auf seinen Isolatorplatten heranbildeten.
  • uwe warnke - klaus merz

    Zitat: „ ‚Klaus Merz fasst Welt und Leben in wenige Zeilen. Seine Gedichte sind Hologramme aus Sprache‘, schreibt Urs Bugmann über die Lyrik des Hölderlin-Preisträgers. In seinen poetischen Miniaturen erkundet Klaus Merz die Tragfähigkeit der Welt und der Sprache, mit leichter Hand dreht und wendet er sie und betrachtet sie von allen Seiten. Dem auf den ersten Blick Unscheinbaren und Banalen gewinnt Merz auf den zweiten Blick überraschende Bedeutungen ab.
  • d. holland-moritz - doris runge

    Es seien die „hoffnungshaltigen Abbreviaturen“ mit dieser gewissen Portion „Daseinsskepsis“, die die inzwischen siebzigjährige „Romantikerin“ DORIS RUNGE, nicht verwandt oder verschwägert mit dem norddeutschen Frühromantiker Philipp Otto Runge, aber ebenso wie der dem Ostseeraum verbandelt, zu einer bedeutenden „Bewegerin“ der poetischen Sprache werden läßt, meint Björn Hayer in der FAZ.